Freigang gehört zu einem artgerechten Katzenleben.

Damit er „folgenlos“ bleibt, sollten Freigängerkatzen unbedingt kastriert sein. Denn nur so kann ungewollter Katzennachwuchs verhindert werden. Schon jetzt leiden viele Städte und Gemeinden und damit auch die Tierheime und Tierschutzvereine unter einer „Katzenschwemme“. Und im Frühjahr, wenn die „Maikätzchen“ geboren werden, wird die Zahl der frei lebenden oder im Tierheim abgegebenen Katzenkinder wahrscheinlich wieder mal einen Hochstand erleben. Das muss nicht sein!

Bis zu 80 Millionen Katzen in zehn Jahren

Jede Katze kann zwei bis drei Mal im Jahr Nachwuchs bekommen. Bis zu sechs Kätzchen pro Wurf. Rechnet man das hoch, könnte theoretisch ein Katzenpaar innerhalb von zehn Jahren 80 Millionen Katzen zeugen. Auch, wenn viele Jungtiere infolge von Krankheiten, mangelnder Pflege oder Unterernährung sterben – jede Katze, die als Streuner unter den schlechten Lebensbedingungen dahinvegetiert, ist ein leidendes Tier zu viel. Angesichts dieser Zahlen und der dramatisch steigenden Katzenpopulation haben viele Städte und Gemeinden eine Kastrationspflicht eingeführt. In Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierpflicht kann Katzenelend nachhaltig  verhindert werden.

Tierschutzverein hilft Katzenhaltern zur Finanzierung der Kastration

Die Kastration einer Katze kostet 90 bis 120 €, die eines Katers zwischen 50 und 70 €. Ein kleiner Betrag angesichts des Elends, das damit verhindert werden kann. Dennoch übersteigen diese Kosten die Möglichkeiten mancher privaten Katzenhalter. Die Kölner Katzenschutz-Initiative (http://koelnerkatzen.de/) hat für diese Fälle ein vorbildliches Projekt ins Leben gerufen: Sie unterstützt private Katzenhalter finanziell, wenn sie ihre Katze oder ihren Kater kastrieren lassen. Sie erhalten von dem Katzenschutzverein einen Kastrationsgutschein, den sie beim Tierarzt einlösen können.

Tierschutzvereine stoßen an Grenzen

Das Engagement der Kölner Katzenschutz-Initiative rechnet sich: Durch die Kastrationshilfe bei privat gehaltenen Katzen verhindern sie jedes Jahr vielfachen Nachwuchs, der medizinisch versorgt und auch wieder kastriert werden müsste.

Denn wie die anderen Tierheime und Tierschutzvereine stößt auch die Kölner Katzen-Initiative jedes Jahr an ihre Grenzen. Daher schlagen die Tierschützer regelmäßig Alarm: Wegen der Vielzahl ungewollt trächtiger Katzen, die von überforderten Haltern dort abgegeben oder ausgesetzt werden und als Fundtiere in den Tierheimen landen, wegen der Kitten, die in den Tierheimen geboren werden und wegen der jungen Streunerkatzen, die krank und unterernährt von tierlieben Menschen aufgelesen und ins Tierheim gebracht werden. Sie alle müssen versorgt, kastriert und vermittelt werden.

Kastration von Streunern zeigt Erfolg

Allein in Köln kümmern sich drei Tierschutzorganisationen um die Kastration von frei lebenden Katzen. Der Erfolg ist beeindruckend: Die Zahl der Katzen, die an den Futterstellen versorgt werden, ist nachweislich deutlich gesunken.

LANUV hilft Tierschutzvereinen bei Katzenkastration

Um die Tierschutzvereine bei ihrer wichtigen und kostspieligen Arbeit zu unterstützen, hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) ein Förderprogramm entwickelt: Jedes Jahr stellt es Gelder für Kastrationen bereit. 300.000 € sind es allein in diesem Jahr. Jeder eingetragene Tierschutzverein in NRW kann bis zu 5.000 € pro Jahr für die Kastration von Streunerkatzen abrufen. Dafür braucht er lediglich einen Antrag zu stellen. Auf der Basis der Kastrationen des vergangenen Jahres muss er die Anzahl der voraussichtlich zu kastrierenden Katzen des nächsten bzw. laufenden Jahres benennen. In der Regel wird innerhalb von zwei bis drei Wochen über den Antrag entschieden. Wurde er bewilligt, kann der Tierschutzverein das Geld abrufen. Zu Beginn des Folgejahres reicht er einen Verwendungsnachweis und die Bestätigung des Tierarztes über die Anzahl der Kastrationen ein. Der Antrag steht auf der Seite des LANUV: https://www.lanuv.nrw.de/landesamt/foerderprogramme/katzenkastration/. Aktuell – Stand Ende April 2017 – sind noch 45.000 € im Fördertopf. Viel Geld, um hundertfaches Katzenelend zu verhindern.

Dr. Marion Steinbach, Inhaberin von SteinbachPR

Ob Hund oder Hamster, Schwein oder Rind – wenn wir wissen, was Tiere zu einem artgerechten Leben brauchen, können wir es ihnen ermöglichen. Deshalb unterstütze ich als PR-Beraterin Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen, die informieren, sensibilisieren und sich für den Schutz und die Rechte von Tieren einsetzen. Außerdem gebe ich meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse gerne weiter. Denn Wissen ist die beste Basis für artgerechte Tierhaltung.

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